Humor und Emotion: Die Grundlage von viralen Memes
Der Grund, warum Memes viral gehen, ist meistens ein Content, der sich durch einen auf den Punkt gebrachten Humor und die passgenaue Ansprache von Emotionen auszeichnet. In einem anderen Blog-Beitrag haben wir schon die Rolle von Design und Aufbau eines viral erfolgreichen Memes beleuchtet. In diesem Beitrag geht es um die Rolle von Humor und Emotionen. Wir gehen der Frage nach, mit welchen Mitteln die Zielgruppe(n) adressiert werden können, um den größtmöglichen Erfolg bei der Verbreitung eines Memes zu erzielen.
Die Zielgruppe
Ein Meme Creator sollte immer seine Zielgruppe im Blick haben. Daher ist es für ein virales Meme auch entscheidend, wo es primär verbreitet werden soll. Auf TikTok tummelt sich tendenziell ein jüngeres Publikum als auf Facebook. Die Frage ist auch, ob die Zielgruppe für ein Meme sich allein über das Alter gut beschreiben lässt, oder ob noch andere Gesichtspunkte eine Rolle spielen. Das kann z.B. eine besondere Interessenlage sein, Sport, Politik oder Kultur. Gute Memes sind Teil der Pop-Kultur und versuchen, eine möglichst breite Zielgruppe anzusprechen.
Ein Meme, das alle interessiert
Wie schafft man es, eine möglichst breite Zielgruppe anzusprechen? Die beiden Kerninhalte eines Memes sind das Bild (oder Video) und der Text. Beide stammen aus einem bestimmten Kontext. Entweder aus ein und demselben Kontext oder aus zwei inhaltlich zusammengeführten Ebenen, die sogar einen neuen Kontext ergeben. Die Kunst beim Erstellen eines viralen Memes ist es, die inhaltlichen Elemente so auszuwählen, dass möglichst viele Menschen darauf referenzieren können. Sie können einen emotionalen Bezug zu ihrer eigenen Erfahrungswelt herstellen. Das funktioniert sehr gut mit Haustieren wie Hunden und Katzen, mit Bildmaterial aus Blockbuster-Filmen und Kult-Serien oder dem Lieblingssport der Deutschen, dem Fußball.
Beispiel Meme mit emotionalem Bezug: Text und Bild gehören zusammen
Als einfaches Beispiel soll an dieser Stelle ein englischsprachiges Hunde Meme dienen, bei dem Bild und Text kontextuell zusammengehören. Ein grinsender Hund mit dem Namen StopThat. Der Hund ist in diesem Fall austauschbar. Entscheidend ist der Text. Jeder Hundebesitzer kann nachfühlen, wie es ist, seinen Hund zurückpfeifen zu müssen. Die Stärke dieses Memes liegt darin, dass kein tagesaktueller Bezug die Verbreitung behindert (allerdings auch nicht befördert). Außerdem ist seine Aussage so generisch, dass sich sogar Merchandise-Produkte damit vermarkten lassen. Dies sind exzellente Voraussetzungen für ein Long-Runner Meme.

Quelle: pinterest.com

Quelle: amazon.de
Die Bildvorlage als kulturelle Referenz
Der Blickfang eines viralen Memes ist in der Regel nicht der Text, sondern das Bild- oder Videomaterial. Ihm kommt die entscheidende Bedeutung zu, wenn Social Media Nutzer beim Scrollen durch ihre Feeds innehalten sollen, um sich das Meme genauer anzuschauen. Hilfreich ist an dieser Stelle ein hoher Wiedererkennungswert, am besten quer durch alle Zielgruppen. Sehr gut geeignet sind hierfür Bilder oder Filmschnipsel aus Film- oder Serienklassikern, die im Kulturgut mehrerer Generationen präsent sind.
Möge die Macht mit dem Meme sein
Extrem gut geeignet ist beispielsweise Star Wars, eine kultige Serie von Filmen, die in den späten 1970er Jahren begann und auch in der jetzigen Zeit noch mit neuen Produktionen aufwartet. Damit sind gerade die alten Filme generationenübergreifend im kollektiven kulturellen Bewusstsein verankert. Es gibt sehr viele Elemente, die hier mit Humor kombiniert werden können, z.B. die Sprache von Jedi-Meister Yoda, das Outfit von Darth Vader, die lustig-intelligenten Roboter, u.v.m. Umso besser ist es dann, wenn in den Memes Star-Wars-Bilder noch mit anderen Blockbustern kombiniert werden können. Das erste Beispiel gönnt sich eine Anleihe bei den Gremlins, bleibt aber im Kontext der Star-Wars-Welt. Das zweite Meme bringt eine zusätzliche inhaltliche Ebene ins Spiel und weist subtil-humoristisch auf die Folgen von Drogenmissbrauch hin.

Quelle: static.boredpanda

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Die Emotion im Meme: Blicke sagen mehr als 1000 Worte
Pointierter Humor und Emotion sollten bei einem viralen Meme Hand in Hand gehen. Emotionen in Bildern werden häufig über die Mimik, den Gesichtsausdruck, transportiert. Dass das grundsätzlich funktioniert, haben wir schon bei dem grinsenden StopThat-Hund und Meister Yoda gesehen. Besonders wirkungsvoll ist aber die menschliche Mimik. Und hier haben sich echte Meme-Stars herausgebildet wie das Disaster Girl, Hide the Pain Harold oder Side-Eyeing Chloe (unser Beispiel). Ob es ein böse-triumphierender, ein gequälter, ein überraschter oder ein skeptisch-kritischer Gesichtsausdruck ist, entscheidend ist, dass das Bild die Grundlage für einen passenden Text bildet, der die dargestellte Emotion humorvoll widerspiegelt.

Quelle: i.imgflip.com
Gesichtsausdrücke können aber auch gespielt oder übertrieben sein. Daher ist es kein Wunder, dass sich viele Schauspieler mit ihren bekanntesten Rollen in Memes wiederfinden. Ein sehr bekanntes Beispiel dafür ist Leonardo diCaprio, der nicht umsonst auch Meme King genannt wird, weil er so wandlungsfähig und ausdrucksstark ist. Am bekanntesten und viralsten ist wahrscheinlich das Meme, das diCaprio in seiner Rolle als Calvin Candle (in Quentin Tarantinos „Django Unchained“) mit einem spöttischen und verächtlichen Lachen zeigt.

Quelle: de.meming.world
Gerade Memes, die mit der Mimik ihrer Protagonisten spielen, sind besonders geeignet, die zusätzliche kontextuelle Ebene zu bespielen. Erst aus der Kombination von emotionalem Bild und humoristischem Text entsteht ein neuer Zusammenhang, der den Betrachter zum Lachen bringt.
Memes mit tagesaktuellem Bezug
Bisher haben wir uns auf Memes beschränkt, die im weitesten Sinne Allerweltssituationen beschreiben und humoristisch aufs Korn nehmen. Es gibt aber auch Memes, die sich auf tagesaktuelle Ereignisse beziehen. Für diese Memes können bekannte Meme-Vorlagen herangezogen werden, um die Chance auf Viralität zu erhöhen. Solche Memes werden aber wahrscheinlich keine Long-Runner, sondern bleiben – wenn’s gut läuft – ein paar Wochen in den viralen Meme-Hitlisten. Es kommt entscheidend darauf an, wie lange das Ereignis in der öffentlichen Wahrnehmung relevant bleibt. Wer erinnert sich beispielsweise jetzt noch an das Sommerloch-Thema des Welses im Brombachsee? Das Meme, welches wir hier als Beispiel ausgewählt haben, wartet dabei mit einer Besonderheit auf. Es ist nicht unbedingt die technische Bearbeitung des Bildes, sondern die inhaltlich-visuelle Kombination des erlegten Welses mit dem missglückten Trump-Attentat während des letztjährigen US-Präsidentschaftswahlkampfes. Das Meme ist ein exzellentes Beispiel dafür, wie die Verknüpfung zweier unterschiedlicher Inhalte eine neue Ebene des Humors schaffen kann.

Quelle: threads.com
Virale Memes: Message mit Humor und Emotion
Humor ist das Kernelement eines erfolgreichen Memes. Das Meme muss lustig sein, um viral zu gehen. Dabei ist es nicht verboten, dass auch eine nachdenklich stimmende Botschaft im Meme mit integriert ist (siehe unser Star Wars Beispiel mit R2D2 zum missbräuchlichen Drogenkonsum). Sarkasmus, Ironie oder Absurdität werden mit Emotionen gepaart, die bereits über das Bildmaterial getriggert werden. So verwundert es auch nicht, dass einige Meme-Vorlagen prominenter sind als die konkreten Memes, die im Einzelfall daraus gebastelt werden (siehe Side-Eying Chloe oder der lachende Leonardo diCaprio). Deshalb haben wir mal die Distracted-Boyfriend-Vorlage bemüht, um klarzumachen, wie man als Meme Creator am besten eine breite Zielgruppe erreichen kann:

Humor ist, wenn man trotzdem lacht
Humor ist nicht gleich Humor. Geschmäcker sind halt verschieden. Deshalb wird es immer Leute geben, die ein Meme nicht lustig finden, obwohl ein Großteil ihrer Mitmenschen sich vor Lachen ausschüttet. Ob du nun eher auf derben oder auf feinsinnigen, auf Wohlfühl- oder auf zynischen Humor stehst, wenn du von Memes nicht genug bekommen kannst, stöbere doch in unserem Blog herum. Hier findest du aktuelle Trends und Hintergründe zu Memes. Oder du schaust auf Babas Youtube-Kanal vorbei. Dort gibt es Video-Memes ohne Ende, zum Schmunzeln und zum Totlachen.
